Eine auszugsweise Einführung in den Roman des Psychiaters Irv Yalom über die herausfordernde Wiedervereinigung zwischen einem Therapeuten und seinem lang zurückliegenden Patienten, der nun ein philosophischer Berater ist.

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Zusammenfassung des Herausgebers

Irgendwann haben wir uns alle gefragt, was wir im Angesicht des Todes tun würden. Nach einer Routineuntersuchung plötzlich mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert, sieht sich der renommierte Psychotherapeut Julius Hertzfeld gezwungen, sein Leben und Wirken zu überdenken. Er fühlt sich gezwungen, seine Patienten von vor langer Zeit zu kontaktieren. Hat er wirklich einen bleibenden Unterschied in ihrem Leben gemacht? Und was ist mit den Patienten, denen er nicht helfen konnte? Was ist mit ihnen passiert? Kann er sie jetzt, da er klüger und reifer war, noch retten?

Julius geht über die Sicherheit seiner florierenden Praxis in San Francisco hinaus und fühlt sich gezwungen, Philip Slate aufzusuchen, den er vor etwa 23 Jahren wegen Sexsucht behandelte. Zu dieser Zeit waren kurze sexuelle Intermezzos mit unzähligen Frauen Philipps einzige Möglichkeit, sich mit Menschen zu verbinden, und die Therapie von Julius änderte daran nichts. Er trifft sich mit Philip, der behauptet, sich selbst geheilt zu haben – durch die Lektüre des pessimistischen und menschenfeindlichen Philosophen Arthur Schopenhauer.

Zu Julius’ großer Überraschung ist Philip philosophischer Berater geworden und bittet Julius, ihm die Supervisionsstunden zu gewähren, die er benötigt, um eine Berufserlaubnis zu erhalten. Im Gegenzug bietet Philip an, Julius in der Arbeit von Schopenhauer zu unterrichten. Julius zögert. Wie kann Philip möglicherweise Therapeut werden? Er ist immer noch derselbe arrogante, gleichgültige, egozentrische Mensch, der er schon immer war. Tatsächlich ähnelt er in jeder Hinsicht seinem Mentor Schopenhauer. Aber schließlich treffen sie einen faustischen Handel: Julius willigt ein, Philip zu beaufsichtigen, vorausgesetzt, dass Philip sich zuerst seiner Therapiegruppe anschließt. Julius hofft, dass die sechs Monate mit der Gruppe Philips Misanthropie ansprechen und dass er durch die Mitgliedschaft in einem Kreis von Mitpatienten die Beziehungsfähigkeiten entwickeln wird, die notwendig sind, um ein Therapeut zu werden.

Philip tritt der Gruppe bei, aber er ist mehr daran interessiert, die Mitglieder in Schopenhauers Philosophie aufzuklären – was seiner Meinung nach die einzige Therapie ist, die jeder brauchen sollte – als in ihren (oder seinen) individuellen Problemen. Schon bald konkurrieren Julius und Philip mit sehr unterschiedlichen Therapieansätzen um die Herzen und Köpfe der Gruppenmitglieder. Wird das Julius Schwanengesang – eine zersplitterte Gruppe und jahrelange gute Arbeit den Bach runter? Oder werden alle Mitglieder, einschließlich Philip, einen Weg finden, sich der Gelegenheit zu stellen, die das Potenzial für außergewöhnliche Veränderungen mit sich bringt?

Dieser Roman verbindet Fakten und Fiktionen und enthält eine genaue Darstellung der Gruppentherapie in Aktion sowie eine Präsentation des Lebens und Einflusses von Arthur Schopenhauer, Philips persönlichem Guru und beruflicher Inspiration.

Copyright © 2004 HarperCollins Veröffentlicht im Dezember 2004.

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Irvin Yalom, MD

Irvin Yalom, MD

Der Psychiater und Autor Irvin Yalom, MD, ist eine bedeutende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Psychotherapie, seit er 1970 zum ersten Mal "The Theory and Practice of Group Psychotherapy" schrieb (jetzt in der 5. Auflage). Weitere wichtige Beiträge waren "Existential Psychotherapy" und NY Times Bestseller "Loves Executioner and Other Tales of Psychotherapy". Er hat vier Romane über Psychotherapie geschrieben: „Und Nietzsche weinte“, „Die rote Couch“, „Die Schopenhauer-Kur“ und „Das Spinoza-Problem“. Seine Werke, die in über 20 Sprachen übersetzt wurden, wurden von Therapeuten und Nicht-Therapeuten gleichermaßen gelesen.

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