ACT bei Aggressionen – Wütend sein, ohne aggressiv zu handeln
Live-Webinar | Prof. Norbert Lotz | Mittwoch, 09.12.2026, 18:00–20:15 Uhr
Ein falscher Satz, ein Blick, eine Kränkung – und plötzlich steigt der Ärger auf. Der Körper spannt sich an, die Gedanken werden enger, der Ärger nimmt immer mehr Raum ein. Und mit ihm kommt der Impuls, zurückzuschlagen, laut zu werden, sich zu rächen oder den anderen spüren zu lassen, was man von ihm hält.
Doch Ärger ist nicht gleich Aggression. Ärger kann wichtige Informationen geben, Grenzen markieren und Energie mobilisieren. Die entscheidende Frage ist: Was tun wir mit dieser Energie? Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) eröffnet hier einen eigenen Zugang. Sie versucht nicht, Wut und Ärger wegzumachen oder aggressive Gefühle zu unterdrücken. Stattdessen geht es darum, die Beziehung zu diesen inneren Erfahrungen zu verändern: Ärger wahrnehmen, aggressive Gedanken erkennen, körperliche Anspannung zulassen und den Handlungsimpuls spüren – ohne ihm automatisch folgen zu müssen.
Im Webinar schauen wir zunächst auf die wissenschaftlichen Grundlagen: Wie entsteht Aggression? Welche Rolle spielen Wahrnehmung und Bewertung, körperliche Aktivierung, Lernerfahrungen, soziale Situationen und Emotionsregulation? Und warum reagieren Menschen auf ähnliche Situationen so unterschiedlich?
Anschließend geht es um die therapeutische Umsetzung mit ACT: Akzeptanz, Defusion, Achtsamkeit, Selbst-als-Kontext und werteorientiertes Handeln. Dabei wird deutlich, wie sich der automatische Kreislauf aus Kränkung, Ärger, aggressivem Impuls und Handlung unterbrechen lässt. Ein besonderer Blick gilt den Gedanken, die Wut anheizen: „Das darf nicht sein!“ – „Der macht das mit Absicht!“ – „Das lasse ich mir nicht gefallen!“ Was geschieht, wenn solche Gedanken nicht bekämpft, sondern als Gedanken erkannt werden? Was liegt möglicherweise unter der Wut? Und wie gelingt es, auch mitten im Ärger wieder Zugang zu dem zu bekommen, was einem eigentlich wichtig ist?
Denn ACT verfolgt ein bemerkenswertes Ziel: sich zu ärgern und trotzdem so zu handeln, dass kein Schaden entsteht. Oder kürzer: Ich kann wütend sein, ohne aggressiv handeln zu müssen. Zwischen Gefühl, Impuls und Handlung liegt ein Spielraum – genau diesen Spielraum macht ACT therapeutisch nutzbar.
✓ Ärger und Aggression konzeptuell unterscheiden und diese Unterscheidung therapeutisch nutzen
✓ Die Entstehungsbedingungen von Aggression einordnen: Bewertung, körperliche Aktivierung, Lernerfahrungen, soziale Situation und Emotionsregulation
✓ Den automatischen Kreislauf aus Kränkung, Ärger, Impuls und Handlung an konkreten Stellen unterbrechen
✓ Wutverstärkende Gedanken mittels Defusion als Gedanken erkennbar machen, statt sie zu bekämpfen
✓ Akzeptanz, Achtsamkeit, Selbst-als-Kontext und werteorientiertes Handeln bei aggressivem Erleben einsetzen
→ Ein klares Arbeitsmodell für die Unterscheidung von Ärger, Impuls und Handlung – und für den Spielraum dazwischen
→ Konkrete ACT-Interventionen für die Arbeit mit aggressivem Erleben, direkt einsetzbar in Therapie, Beratung und Coaching
→ 3 Fortbildungspunkte – anerkannt von allen Kammern in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Termin: Mittwoch, 09.12.2026 | 18:00–20:15 Uhr | Dozent: Prof. Norbert Lotz | 2 Std. | 3 Fobi-Punkte | 59 EUR | Live-Webinar
Voraussetzung und Einordnung in die ACT-ReiheDieser Kurs baut auf den ACT-Vertiefungen 1 und 2 auf. Vertiefung 1 steht als OnDemand-Seminar zur Verfügung, Vertiefung 2 (12.09.2026) ist als Aufzeichnung ebenfalls OnDemand abrufbar.
Vorangegangene Termine der Reihe: „ACT bei Ängsten“ (14.10.2026) und „ACT bei Depressionen“ (11.11.2026) – beide im Anschluss als OnDemand-Aufzeichnung verfügbar.