Fortbildungen zu Essstörungen für Psychotherapeuten
Kurzübersicht: Epidemiologie und klinische Merkmale
Klinische Kernpunkte:
Unsere Fortbildungen zu Essstörungen
Kernthemen der Fortbildungen
📋Diagnostik & medizinisches Monitoring
ICD-10 Kriterien für Anorexia nervosa (restriktiv und Purging-Typ), Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung, und andere näher bezeichnete bzw. nicht näher bezeichnete Essstörungen. Differentialdiagnose und Komorbidität. Körperliche Untersuchung, Laborparameter (Elektrolyte, TSH, Prolaktin, Magnesium), EKG-Monitoring, DEXA-Screening. Risikoeinschätzung für medizinische Komplikationen.
🎯KVT-E (Enhanced CBT nach Fairburn)
Enhanced Cognitive Behavioral Therapy (KVT-E) als Goldstandard bei Bulimia nervosa und Binge-Eating-Störung. Vier Module: Psychoedukation und Monitoring, kognitives Umstrukturieren, Exposition gegenüber Futter und Körperbild-Expositionen, Rückfallprävention. Transdiagnostische Anwendung bei Anorexia nervosa (modifizierte KVT-E).
🪞 Körperbild-Interventionen
Theoretische Grundlagen von Körperbildstörung in Essstörungen. Expositionsbasierte Techniken (Mirror Exposure, Video Feedback), Achtsamkeit und Entkopplung, Bewegungstherapie als Intervention nicht primär zum Gewichtsverlust. Arbeit mit Körperbild-Gedanken und -Verhaltensweisen. Integration in längerfristige Therapieplanung.
💪 Motivationsarbeit bei Essstörungen
Motivational Interviewing (MI) und Ambivalenz-Exploration bei niedriger Veränderungsmotivation. Intrinsische vs. extrinsische Motivation, Diskrepanzen zwischen Werten und Verhalten. Change Talk, Unterstützung von Selbstbestimmung. Strategien für Patienten mit ausgeprägter Verharmlosung oder Verleugnung der Erkrankung.
👨👩👧 Essstörungen im Kindes- und Jugendalter
Epidemiologie, Diagnostik und Behandlung bei Kindern und Adoleszenten. Frühe-Anorexia-nervosa (< 13 Jahren) mit atypischen Präsentationen. Familie-Based Treatment (FBT) / Maudsley-Methode als Goldstandard für Adoleszente mit Anorexia nervosa. Elternrolle und -einbezug. Entwicklungsberücksichtigung in Prävention und Intervention.
Warum ist eine spezialisierte Fortbildung wichtig?
Unzureichendes medizinisches Monitoring, fehlende Körperbildarbeit, nicht-evidenzbasierte Interventionsansätze oder mangelnde Motivationsarbeit bei ausgeprägter Ambivalenz. Das hohe Mortalitätsrisiko und die chronische Tendenz dieser Erkrankungen machen spezialisiertes Wissen notwendig.
Bereit, sich zu spezialisieren?
Häufig gestellte Fragen zu Essstörungen
Was unterscheidet die verschiedenen Essstörungstypen diagnostisch?
Wann ist eine stationäre Behandlung bei Anorexia nervosa zwingend?
- Medizinische: BMI unter 13 oder Gewichtsverlust über 25% innerhalb von 3 Monaten, schwere kardiovaskuläre Komplikationen (Bradykardie < 40 bpm, Hypotonie, QTc-Verlängerung > 450 ms), elektrolytische Störungen (Hypokaliämie < 2,5 mmol/L) besonders bei aktiven Purging-Verhalten, neurologische Komplikationen oder Delirium
- Psychiatrische: Ausgeprägte psychiatrische Komorbiditäten mit relevantem Suizidrisiko, akute psychotische Symptome, mangelnde Krankheitseinsicht mit aktiver Therapiesabotage
- Psychosoziale: Krise oder fehlende Unterstützung im häuslichen Umfeld, Kindesalter oder frühe Adoleszenz, anhaltende Verweigerung von ambulanter Therapie
Kann ich Essstörungen ambulant behandeln?
- Medizinische Stabilität (BMI > 13–14, normale Vitalzeichen, Elektrolyte im normalen Bereich)
- Ausreichende psychosoziale Unterstützung im Familie/sozialem Umfeld
- Keine schweren psychiatrischen Komorbiditäten mit relevantem Suizidrisiko
- Patient zur aktiven Mitarbeit bereit (relative Motivation ausreichend)

