Fortbildungen zu Angststörungen für Psychotherapeuten

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und erfordern spezifalisierte diagnostische und therapeutische Kompetenzen. Unsere Fortbildungen vermitteln ein tiefgreifendes Verständnis für die neurobiologischen Mechanismen, evidenzbasierte Behandlungsverfahren und praktische Strategien zur Optimierung therapeutischer Ergebnisse.

Kurzübersicht: Angststörungen verstehen

Angststörungen umfassen ein vielfältiges Spektrum psychischer Erkrankungen, die sich durch excessive, unkontrollierbare Angst und Besorgnis auszeichnen. Zu den Hauptformen gehören die Generalisierte Angststörung (GAD), Panikstörung, Soziale Phobie, Spezifische Phobien und Agoraphobie. In Deutschland liegt die 12-Monats-Prävalenz bei etwa 15%, was Angststörungen zur häufigsten Gruppe von psychischen Erkrankungen macht.

Die Kernmechanismen, die Angststörungen aufrechterhalten, sind gut erforscht: Vermeidungsverhalten, Sicherheitsverhalten und katastrophale Gedankenmuster spielen zentrale Rollen. Diese kognitiven und verhaltensbasierten Prozesse führen zu einem Teufelskreis, der ohne gezielte Intervention chronifiziert. Expositionsverfahren gelten als Goldstandard in der Behandlung und zeigen über alle Störungsarten hinweg hohe Effektivität. Ergänzend haben sich die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) als wirksam erwiesen.

Wichtige epidemiologische Daten

  • Prävalenz: ~15% (12-Monats-Prävalenz in Deutschland)
  • Geschlechterverhältnis: 2:1 (Frauen:Männer)
  • Erkrankungsbeginn: Variabel nach Störungstyp; frühe Phobien (Kindesalter), GAD und Panikstörung (Adoleszenz-Frühadulthood)
  • Chronizität: Ohne Behandlung persistente Erkrankungen mit erheblichem Leidensdruck
  • Funktionsbeeinträchtigung: Berufliche, soziale und private Lebensbereiche betroffen

Unsere Fortbildungen zu Angststörungen 

Wählen Sie aus unserem breiten Angebot an zertifizierten Fortbildungen, die speziell für Ihre Anforderungen als psychotherapeutische Fachkraft entwickelt wurden.

Kernthemen der Angststörungen-Fortbildungen

Diagnostik & Differenzialdiagnose der Angststörungen

Sichere Diagnose verschiedener Angststörungen basiert auf strukturierten Interviews und standardisierten Instrumenten. Erlernen Sie die Differenzierung zwischen Generalisierter Angststörung, Panikstörung, Phobien und Agoraphobie sowie deren Komorbiditätsmuster. Verstehen Sie die Unterschiede zu anderen Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen und somatischen Symptomstörungen.

Expositionsverfahren: Graduiert vs. Intensiv (Flooding)

Expositionstherapie ist die therapeutische Methode mit der stärksten Evidenzbasis. Erwerben Sie Kompetenz in der Planung und Durchführung graduierter Expositionshierarchien sowie in intensiven Expositionsverfahren. Lernen Sie, Patienten zu vorbereiten, Angsteskalation zu managen und habituelle Prozesse zu optimieren.

Kognitive Umstrukturierung bei Angst

Angststörungen werden durch spezifische Gedankenmuster aufrechterhalten: Katastrophalisieren, Überbewertung der Bedrohung, Unterschätzung der Bewältigungsfähigkeit. Erlernen Sie gezielt kognitive Techniken, um maladaptive Überzeugungen zu identifizieren und zu modifizieren, während Sie die Expositionstherapie integrieren.

Empty space, drag to resize

Sicherheitsverhalten identifizieren und reduzieren

Sicherheitsverhalten (z.B. Flucht, Ablenkung, Überprüfung) reduzieren kurzfristig die Angst, verstärken jedoch langfristig die Störung. Entwickeln Sie die Fähigkeit, subtile Sicherheitsverhalten zu erkennen und mit Patienten zusammen deren schrittweise Reduktion zu planen, um therapeutische Ziele zu erreichen.

Angst bei Kindern und Jugendlichen

Angststörungen im Kindes- und Jugendalter zeigen spezifische Merkmale und erfordern entwicklungsgerechte Interventionen. Lernen Sie, altersgerechte Expositionshierarchien zu gestalten, Eltern einzubeziehen und Spezifika wie Trennungsangst und schulische Angststörungen zu behandeln.

Komorbidität: Angst und Depression

Die Komorbiditätsrate zwischen Angststörungen und Depression ist erheblich. Verstehen Sie die neurobiologischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, lernen Sie, wie sich depressive Symptome auf Expositionstherapie auswirken, und entwickeln Sie integrative Behandlungsstrategien für diese komplexen Präsentationen.

Warum spezialisierte Fortbildungen zu Angststörungen?

Angststörungen erfordern mehr als allgemeine psychotherapeutische Kenntnisse. Die evidenzbasierte Behandlung verlangt spezifisches Wissen über Störungsmechanismen, das Verständnis von Expositionstherapie auf neurobiologischer Ebene und praktische Fertigkeiten in der Behandlungsplanung. Therapeuten, die sich mit Angststörungen spezialisieren, erreichen signifikant bessere Ergebnisse und kürzere Behandlungsdauern.

Unsere Fortbildungen kombinieren neueste Forschungserkenntisse mit praktischen Fallbeispielen aus der klinischen Praxis. Sie lernen von erfahrenen Supervisoren und können sich mit anderen Fachleuten austauschen. Dies führt nicht nur zu besserer Patientenversorgung, sondern auch zu erhöhter therapeutischer Sicherheit und beruflicher Zufriedenheit.

Verwandte Störungsbilder

Entdecken Sie weitere Wissensseiten zu häufig komorbiden Störungsbildern.

Jetzt Angebote für Angststörungen erkunden

Schauen Sie sich unsere spezialisierten Kurse und Seminare an und erweitern Sie Ihre therapeutische Kompetenz im Umgang mit Angststörungen.

Häufig gestellte Fragen zu Angststörungen

Ist Exposition wirklich der Goldstandard bei Angststörungen?

Ja, Expositionstherapie ist aufgrund umfangreicher empirischer Belege der Goldstandard in der Behandlung von Angststörungen. Meta-Analysen zeigen konsistent große Effektstärken (Cohen's d > 1.0) über alle Angststörungen hinweg. Die neurobiologische Mechanik dahinter ist gut verstanden: durch wiederholte, prolongierte Exposition gegenüber angsttriggerischen Reizen findet Habituation und Löschung von konditionierten Angstreaktionen statt. Wichtig ist eine strukturierte, graduierte Vorbereitung und das Vermeiden von Sicherheitsverhalten während der Exposition, da dieses die Lernprozesse blockiert.

Wie erkenne ich Sicherheitsverhalten in der Therapie?

Sicherheitsverhalten sind oft subtil und nicht unmittelbar offensichtlich. Klassische Beispiele sind Flucht- oder Vermeidungsverhalten, aber auch diskrete Verhaltensweisen wie Überprüfung von Körpersensationen, innere Ablenkung, Einnehmen bestimmter Körperpositionen oder sozialer Rückzug gehören dazu. Therapeutisch erkennen Sie Sicherheitsverhalten durch: (1) Beobachtung während der Exposition, (2) gezieltes Nachfragen, welche Strategien der Patient nutzt, um die Angst zu reduzieren, und (3) Überprüfung, ob bestimmte Verhaltensweisen konsistent mit Angstmomenten assoziiert sind. Ein hilfreicher Zugang ist, gemeinsam mit dem Patienten die funktionalen Auswirkungen zu analysieren: Sicherheitsverhalten reduziert Angst kurzfristig, verhindert aber die Erfahrung, dass die befürchtete Konsequenz nicht eintritt.

Kann man Angststörungen online behandeln?

Ja, digitale und online-gestützte Behandlungen von Angststörungen zeigen in klinischen Studien moderate bis große Effekte, insbesondere bei strukturierten, therapeutengestützten Interventionen. Besonders für Phobien und Panikstörung gibt es Evidenz für computergestützte Exposition mit Live-Unterstützung. Herausforderungen der online-Behandlung sind: (1) begrenzte Möglichkeit für In-Vivo-Exposition in realen Situationen, (2) technische Barrieren bei älteren Patienten, (3) reduzierte nonverbale Kommunikation und Beobachtung des Therapeuten. Online-Behandlungen funktionieren besser für Patienten mit guter Motivation, stabilen Lebensbedingungen und weniger schwerer Komorbiditäten. Für komplexe Fälle oder Patienten mit deutlicher Depressivität bleibt Präsenztherapie oft überlegen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden