Fortbildungen zu Sozialer Phobie für Psychotherapeuten
Kurzübersicht: Soziale Phobie verstehen
Epidemiologische Übersicht
Passende Fortbildungen
Kernthemen dieser Fortbildungen
Das Clark-Wells-Modell: Verstehen der Aufrechterhaltungsmechanismen
Das Clark-Wells-Modell ist das zentrale theoretische Verständnis der Sozialen Phobie. Es erklärt, wie soziale Situationen durch Angstschemata interpretiert werden, wie dies zu selbstfokussierter Aufmerksamkeit führt, und wie Sicherheitsverhalten und negative Gedanken die Störung aufrechterhalten. Therapeutisch ist das Verständnis dieser Mechanismen essentiell, um effektive Interventionen zu planen. Sie lernen, wie jede Komponente des Modells therapeutisch adressiert wird und wie die verschiedenen Techniken zusammenhängen.
Verhaltensexperimente vs. klassische Exposition: Strategische Unterschiede
Während klassische Expositionstherapie die wiederholte Konfrontation mit angstauslösenden Situationen betont, arbeitet die Verhaltensexperiment-Methode gezielt an der Überprüfung und Modifikation von Überzeugungen. Verhaltensexperimente sind bei Sozialer Phobie oft effektiver, da sie den Fokus auf Verhaltenstest verschiebt und weniger Vermeidung aktiviert. Sie lernen, Hypothesen zu entwickeln, konkrete Experimente zu planen und mit Patienten gemeinsam Daten zu sammeln, um negative Überzeugungen graduell zu korrigieren.
Aufmerksamkeitstraining und Reduktion von Selbstfokussierung
Bei Sozialer Phobie ist selbstfokussierte Aufmerksamkeit (Monitoring eigener Körpersymptome, Überzeugungen über Sichtbarkeit von Angst) ein zentraler Aufrechterhaltungsmechanismus. Aufmerksamkeitstraining zielt darauf ab, den Aufmerksamkeitsfokus von innen nach außen zu verschieben, sodass der Patient die echten sozialen Reaktionen seiner Interaktionspartner wahrnimmt, statt sich auf eigene Angstsymptome zu konzentrieren. Lernen Sie strukturierte Techniken wie External Focus Training und metacognitive Techniken zur Reduktion problematischen Gedankenfokus.
Video-Feedback und Selbstbeobachtung als therapeutische Techniken
Video-Feedback ist eine spezialisierte Technik bei Sozialer Phobie, da es Patienten ermöglicht, eine objektive Perspektive auf ihre sozialen Interaktionen zu erhalten. Viele Patienten mit Sozialer Phobie haben stark verzerrte Selbstwahrnehmungen und überschätzen, wie negativ sie wahrgenommen werden. Durch strukturiertes Video-Feedback und Selbstbeobachtung mit spezifischem Fokus können diese Verzerrungen graduell korrigiert werden. Sie erwerben Kompetenzen in der ethischen und therapeutisch optimalen Verwendung dieser Methode.
Gruppentherapie bei Sozialer Phobie: Spezifische Strategien
Gruppentherapie stellt bei Sozialer Phobie sowohl eine Herausforderung als auch eine besondere Gelegenheit dar: sie ist intrinsisch angsttriggernd (was therapeutisch genutzt werden kann), bietet aber auch das potenteste Setting für In-Vivo-Exposition und soziales Lernen. Sie lernen, Gruppen gezielt zu strukturieren, Sicherheitsverhalten in Gruppen zu identifizieren, Feedback zwischen Gruppenmitgliedern zu moderieren und wie Gruppentherapie als Expositions- und Verhaltensexperiment-Setting genutzt wird, um reale soziale Kompetenzen aufzubauen.
Differenzialdiagnose und Komorbiditäten bei Sozialer Phobie
Soziale Phobie zeigt komplexe Komorbiditätsmuster mit Depression, Substanzmissbrauch und Persönlichkeitsstörungen. Sichere Diagnose erfordert strukturierte Interviews und Differenzierung zu verwandten Störungen wie Schüchternheit, Avoidanter Persönlichkeitsstörung und depressiven Störungen. Verstehen Sie die Unterschiede in Ätiologie, Aufrechterhaltung und Behandlungsplanung. Lernen Sie, komplexe Präsentationen zu evaluieren und integrierte Behandlungsstrategien zu entwickeln.

