Fortbildungen zu Zwangsstörung für Psychotherapeuten
Kurzübersicht: Zwangsstörung – Klinische Grundlagen
Zentrale Epidemiologische Daten
Obsessionen vs. Kompulsionen – Kernkonzepte
Klinische Subtypen der Zwangsstörung
Neurobiologische Modelle – Der CSTC-Schaltkreis
Ego-Dystone Natur der Zwangsstörung
Komorbidität und Begleiterkrankungen
Behandlungsbedarf und zeitliche Verzögerung
Passende Fortbildungen
Kernthemen dieser Fortbildungen
Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP)
Die evidenzbasierte Standardbehandlung für OCD. Wir vermitteln die theoretischen Grundlagen (Habituation, neuronales Umlernen, inhibitorisches Lernen) und die praktische Umsetzung: Expositionshierarchie-Erstellung, In-vivo- und imaginäre Expositionen, Reaktionsverhinderung, Compliance-Strategien und Management von Rückfällen.
Kognitive Therapie bei Zwangsstörungen
Über Angst hinaus: Behandlung maladaptiver Überzeugungen und Interpretationen (moralische Scham bei aggressive Intrusionen, übersteigerte Verantwortung, Bedrohungserwartungen). Techniken wie kognitive Umstrukturierung, Gedankenrecords und Verhaltensexperimente zur Modifikation symptomaufrechterhaltender Überzeugungen.
Metakognitives Training
Modifikation von Überzeugungen über Gedanken selbst: Gedanken-Inhalts-Fusion, Gedanken-Form-Fusion, Gedanken-Handlungs-Fusion. Hilft Patienten zu erkennen, dass Gedanken nicht = Absichten/Realität. Besonders wirksam bei reinen Obsessionen und aggressive/sexuelle Intrusionen.
Acceptance and Commitment Therapy (ACT) bei Zwangsstörungen
Ergänzung zu ERP: Akzeptanz von Obsessionen statt Kampf dagegen, Werte-zentriertes Handeln, Achtsamkeit und psychologische Flexibilität. Besonders hilfreich bei Patienten, die ERP nicht gut tolerieren, oder bei reinen Obsessionen, wo mentale Kompulsionen dominant sind.
Besondere OCD-Subtypen und Varianten
Spezifische Aspekte bei Reine Obsessionen (Pure O), Hoarding, olfaktorische Referenzstörung, religiöse Zwänge, sexuelle/aggressive Intrusionen. Anpassungen der Therapieansätze für diese Subtypen, spezifische Psychoedukation und Handling von Besonderheiten (z.B. schwierigere Expositionsgestaltung).
Warum ist eine spezialisierte Fortbildung zu Zwangsstörung essentiell?
- Diagnostische Genauigkeit: Differenzialdiagnose, Severity-Assessment, Diagnostik von Subtypen
- Evidenzbasierte Interventionen: ERP, kognitive Techniken, ACT, Pharmakotherapie-Grundlagen
- Praktische Fähigkeiten: Manualisierte Techniken, Exposition gestalten, schwierige Situationen handhaben
- Therapeutische Haltung: Normalisierung, Psychoedukation, Empathie für das ego-dystone Erleben
- Aktuelle Forschung: Neurobiologische Grundlagen, neueste Erkenntnisse in Therapiemanualen
Spezialisieren Sie sich in der Behandlung von Zwangsstörungen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Zwangsstörung und zwanghafter Persönlichkeitsstörung?
Wie führe ich Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP) korrekt durch?
- Psychoedukation: Vermittlung des Teufelskreis-Modells von Obsessionen und Kompulsionen – zeigen Sie auf, wie Vermeidung und Rituale den Angst-Zyklus aufrechterhalten.
- Expositionshierarchie: Gemeinsame Erstellung einer hierarchischen Liste von Triggersituationen und Obsessionen, von niedrig bis hochgradig angstauslösend (SUDS 0–100).
- Habituations-basierte Exposition: Graduell werden Patienten ihren Zwangsgedanken oder triggernden Situationen ausgesetzt, ohne die üblichen Kompulsionen auszuführen. Die Exposition sollte lange genug dauern (mindestens 30–45 Minuten pro Sitzung), bis ein signifikanter Rückgang der Angst erfolgt.
- Reaktionsverhinderung: Dies ist das zentrale Element – Patienten müssen aktiv davon abgehalten werden, ihre gewohnten Zwangshandlungen oder Sicherheitsverhalten auszuführen. Das erfordert klare Absprachen, Monitoring und Unterstützung.
- Regelmäßiges Üben: Wiederholte Expositionssitzungen in der Klinik und als Hausaufgaben führen zu Habituation und neuem inhibitorischen Lernen.
Was tun bei reinen Obsessionen ohne sichtbare Rituale?
- Psychoedukation über mentale Kompulsionen: Helfen Sie Patienten zu verstehen, dass das Verdrängen, Analysieren oder Neutralisieren von Gedanken paradoxerweise die Obsessionen verstärkt (Gedanken-Unterdrückungs-Paradoxon, Rebound-Effekt).
- Erkennen mentaler Zwangshandlungen: Oft sind diese für Patienten und Therapeuten zunächst nicht offensichtlich. Detaillierte Verhaltensanalyse ist erforderlich (z.B. "Was macht Ihr Gehirn, nachdem Sie diesen Gedanken haben?").
- Akzeptanzbasierte Ansätze: Acceptance and Commitment Therapy (ACT) und Mindfulness können hilfreich sein, um eine nicht-kämpfende, akzeptierende Haltung zu entwickeln.
- Gedankliche Expositionen: Wenn sichtbare Expositionen schwierig sind, können Therapiestunden oder Audioaufnahmen zur Exposition mit intrusive Gedanken verwendet werden (Patienten liest Exposure-Script vor, hört es sich vor Schlafengehen an).
- Metakognitives Training: Dies hilft Patienten, ihre maladaptiven Überzeugungen über die Bedeutung ihrer Gedanken zu ändern (z.B. "Wenn ich diesen Gedanken habe, bedeutet das, dass ich gefährlich bin" → "Gedanken sind nur Gedanken, nicht Realität oder Absicht").

